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Au Revoir Tristesse!

 

Naïma – ein Name, schön und exotisch zugleich. Geheimnisvoll und selten. Genau wie ihre Musik. Denn auch ihr Name ist schon Musik: „Benannt nach der Jazz Ballade von Coltrane wird Naïma im Juni 1981 in die Musikwelt ihrer Familie hineingeboren“, so wird sie auf ihrer Homepage vorgestellt. Und: „Naïma heißt schöne Melodie…" erzählte ein Afghane, der sie beim Trampen in Norditalien ein Stück mitnahm...“.

 

Derzeit lebt Naïma in Hamburg, wo sie sich voll und ganz ihrer Musik widmet. Alle Liedtexte stammen aus ihrer Feder, ebenso wie die Melodien, die sie selbst auf dem Keyboard komponiert und spielt. Ihre Musik einem bestimmten Genre zuzuordnen, damit tut sie sich schwer.

Ebenso geht es auch dem Hörer: Man kann Naïma einfach in keine Schublade stecken – und das ist auch sehr gut so. Denn ihre Musik ist etwas Besonderes, was daran liegt, dass man mit jedem Hören andere Nuancen, neue Details und Einflüsse entdeckt. Pop, elektronisch-verspielte Klängen, ein bisschen HipHop, mal Grunge, dann wieder Jazz. Ebenso facettenreich wie die Melodien sind auch die Texte ihrer Songs. Naïma spielt mit Sprachen wie Französisch, Deutsch und Englisch und mit Worten, löst Satzgefüge und bestehende Wortzusammenhänge auf, um sie dann wieder vollkommen neu zusammenzusetzen, wobei sie neue Worte schöpft, ihnen eine ganz andere Bedeutung verleiht.

„...Ich werfe um mich mit Blicken ins beißende Grau, bis ich nur noch schwarz weiß. Der Schnee treibt den Widerhall von Zuwendung, er ist gefroren zu Glatteis...“

(aus: „Eiskristall“)

Unbeschreiblich erscheint auch ihre Stimme. Wunderschön, melodisch und geheimnisvoll. Verzaubernd und berührend zugleich.

  

 

Au revoir tristesse

Tristesse – Traurigkeit – ergreift mich jedes Mal, wenn ich diesem Lied lausche.  Es zieht mich in seinen Bann, was an Naïmas kraftvoller und ausdrucksstarker Stimme liegen mag, oder dem Wechsel zwischen traurigen Texten, melodiösen Elektro-Keyboard-Klängen. Leise und melancholisch beginnt es, gewinnt dann aber immer mehr an Kraft und Energie.

„Wir trösten uns vom Tristen, vertreiben uns’re Listen, überlisten uns’re Zweifel im Eifer des Gefechts. Übertreiben beizeiten die Sorglosigkeit, wohlig wohliges Nichtsverstehenwollen. Au revoir tristesse, au revoir.“

Ob beabsichtigt oder nicht, die Anlehnung an den berühmten Roman „Bonjour Tristesse“ der französischen Autorin Francoise Sagan drängt sich geradezu auf. Das Lied eine Antithese zum Roman? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Nur eines ist gewiss: Ebenso wie das Buch rührt dieses Lied mein Herz, bewegt es. Es ist traurig-schön und ganz genau richtig für graue Tage, an denen sich der Winter noch nicht zum Abschied, der Frühling noch nicht für ein Wiedersehen entscheiden kann.

 

Fazit:

Bleibt nur übrig, sich Naïmas Wunsch anzuschließen: „more and more“. Denn von dieser Stimme und der wunderschönen Musik kann man gar nicht genug bekommen.

 Elisa Jannasch

 

Weitere Infos + Hörproben unter:

www.octopussy.de/naima