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Martin Kilger: Wofür ich steh
"Ja Ja heißt leck mich am Arsch..." Dafür steht Martin Kilger nicht. Denn es geht ihm nicht am Arsch vorbei, was mit seinen Mitmenschen ist, wie die Welt sich dreht, wie es für ihn weitergeht. Zumindest lassen dies seine Texte erahnen, die sinnierend und kritisch daher kommen.
Die Musik swingt. Mal rockig, mal dreckiger Hip-Hop, ein
Hauch von Rock und sogar rockig, ein bisschen Elektro drunter gelegt. Und
fertig. Fast. Normalerweise würde an dieser Stelle unweigerliche Vergleiche kommen. Nach wem Martin Kilger schlägt. Leider(?) fällt mir nichts passendes ein. Die Stimme: einzigartig, mehr oder weniger. Texte: vielleicht ein bisschen Clueso. Allerdings wesentlich positiver, optimistischer. Und irgendwie auch vielfältiger. Sound: etwas Selig. definitiv vielfältiger und abwechslungsreicher. Bleibt also nur die eine Kategorie: die neue, Martin-Kilger-Kategorie.
Das Multitalent Martin Kilger kommt als Künstler der alten Schule - genauer Kölner Kunsthochschule für Medien - daher. Er verdiente bisher nicht nur durch seinen Gesang Lorbeeren, sondern machte sich vor allem als Videoregisseur und -produzent einen (preisgekrönten) Namen. "Nebenbei" betätigt er sich noch als Songwriter, Keyboarder, Tontechniker... Nachdem er zahlreichen Projekten den Rücken gestärkt hat, ist es nun Zeit für seinen Soloauftritt. Martin Kilger unplugged beinahe. Er nennt es "Wofür ich steh" und es ist sein erstes Album, das im September 2009 erschienen ist.
In seinem Album beantwortet der Singer/Songwriter gleich selbst die titelgebende Frage: "Jeder steht für sich." - Und Martin Kilger für gute Musik. Uneingeschränkt empfehlenswert.
Martin Kilger: Glückstag
Heute ist mein Glückstag. Ich bin auf Martin Kilger aufmerksam geworden. Und jetzt weiß ich, was mir in der letzten Zeit am Musikhorizont gefehlt hat: originelle deutsche Musik. Unterhaltsam, aber gleichzeitig intelligent und mitreißend.
Diese Musik hat alles, was sie zum Begeistern benötigt. Eine unverwechselbare, sonore Stimme. Unverfälschte Melodien: Klavier und Gitarren. Kraftvoll, melodisch und eine gelungene Abwechslung zu dem sonstigen Einheitsbrei aus Pop oder Pseudo-Elektro-Klängen. Ein Liebeslied, das endlich mal nicht elegisch oder kitschig daher kommt, sondern euphorische Vergleiche anstellt. Denn ein Glückstag muss besungen werden und ist ein Grund zur Freude. Ohne Worte. Auch wenn Martin Kilger trotzdem viele findet. Sogar einige philosophische, wenn er zu bedenken gibt, dass das Glück nicht immer für alle sichtbar ist, sondern nur für den, für den es tatsächlich bestimmt ist. Ein schöner, tröstlicher Gedanke.
Fazit: "Wie für mich gemacht". Bei mir in diesem Fall kein Mensch, sondern Musik. "Mein Hauptgewinn." Und am Ende dieser Rezension wird mir klar, was tatsächlich in der letzten Zeit am (deutschen) Musikerhimmel gefehlt hat: Charisma. Denn das ist es, was dieser Musik das besondere Etwas verleiht. Und weil ich meine Freude über diese Entdeckung gern teile: hier das wunderschön romantische Video zu Martin Kilger: Glückstag Elisa Jannasch
Mehr Informationen unter: Website: www.martin-kilger.de; www.forum.martin-kilger.de
Facebook:
www.facebook.com/martinkilger
Martin Kilger on Tour:
14. März 2010: Rock the Block, Tirana
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