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MAdoppelT: Hybrid

 

Rap-Musik aus Wien. Was auf den ersten Blick angesichts verstaubter Mozart-Klänge, Konservatorien und einschüchternder Barockbauten eher abwegig erscheint, kann erstaunlich gut funktionieren. Wenn man MAdoppelT ist und scheinbar jede Faser Musikalität und Leidenschaft für den Rap in detail-verliebte Arrangements investiert.

 

CD-Spieler an, CD rein gelegt. Ein bisschen Rap am frühen Morgen. Zum Wachwerden. Heraus kommen... 70er Soul-Disco-Pop-Klänge?! CD raus: Ist das wirklich die richtige? Ja, dann eben auf ein Neues. Und siehe da, nach einem Intro setzt MAdoppelT ein. Er selbst referenziert Curse, setzt sich aber von dem Großmeister ab: Der Österreicher ist wesentlich schneller, up-beat. doch mit "Frage der Zeit" wird deutlich, dass er sich doch an ihm - bewusst oder unbewusst - als Vorbild orientiert. Dieser Song wird durch eine Frauenstimme à la Glashaus oder die wunderbare Kombination Freundeshaus/Joy Denalane verstärkt, die ihm besonderes Flair verleiht

Durch Chöre während der Refrains verschafft er den Songs Volumen. Wenn er auf Track 3 um Luft zum Atmen bittet, wird der aufmerksame Hörer von den Klängen an Coolios Gangsta's Paradise erinnert. Mit "Lass es brennen" fügt er Reggae-Elemente hinzu. Erinnert  im Refrain an die Gute-Laune-Musik von Gentleman. Für den finalen Track holt er sich die Unterstützung von Lukas Hillebrand, um den es in letzter Zeit leider auch etwas ruhiger geworden war. Und prompt erhält der Song einen leicht balladesken Touch.

Er rappt über Chancen und Verluste, Liebe und Freiheit, mischt deutsch und englisch. Alle Texte des Albums wurden von ihm selbst geschrieben, wodurch man ihm als Songwriter einiges Talent bescheinigen muss. Vielseitig und vielschichtig, so sind die Texte aufgebaut und so hallen einige Textzeilen noch länger nach.

In Deutschland wird MAdoppelT sicherlich gute Chancen haben, den Markt zu erobern, da er all die Elemente und Referenzen miteinander kombiniert, die hier schon einmal erfolgreich waren - und in Legenden weiterlebt. Wirklich neu wirkt es dadurch nicht. Muss es vielleicht auch gar nicht. Denn herausgekommen ist mit "Hybrid" - ein überaus passender Titel - ein hörbares Werk, das für solide gute Unterhaltung sorgt.

Fazit:

Melodischer Rap, ein schöner Stil-Mix, coole Beats - der perfekte Gute-Laune-Soundtrack. Rap aus Wien ist wie Rap aus New York: er kann gut sein, er kann schlecht sein. Mit MAdoppelT haben wir Glück: Er ist gut.

 

Elisa Jannasch

 

Mehr Informationen unter:

Website: www.madoppelt.com

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