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Klee: Unverwundbar

 

Eine weiße, unscheinbare Scheibe. Darauf in silberner Schrift ein Bandname – Klee. Erinnert an den berühmten Maler abstrakter Bilder, an Natur, an Sommer. Hat der CD-Spieler die Platte erst einmal geschluckt, erklingen unverwechselbare Melodien und die markante Stimme der Sängerin Suzie Kerstgens. Also: Augen zu, zurücklehnen  und genießen!

 

Wer jetzt genervt aufstöhnt und an die vielen Newcomer-Bands denkt, die genauso schnell und sang- und klanglos untergegangen sind, wie sie zuerst am Star-Himmel aufgetaucht sind, sei bei Klee eines besseren belehrt: Die Band in dieser Formation gibt es schon länger, nur der Name ist neu. Waren Tom Deininger, Sten Servaes und Suzie Kerstgens früher als „Ralley“ bekannt und feierten kleinere und größere Erfolge, kam mit dem neuen Namen auch ein Stil-Wechsel. Die wichtigste Änderung: Sie wenden sich mit hohem Einfühlungsvermögen der deutschen Sprache zu, spielen und zaubern mit ihr.

Das Debüt-Album trägt den mutigen und tapferen Titel „Unverwundbar“. Doch zunächst scheint die Musik nicht dazu zu passen: Leichte Elektro-Pop-Beats rieseln aus dem Lautsprechern, zusammen mit einer angenehmen, sehr romantischen Stimme. Ein zerbrechlich wirkender Mix. Allerdings täuscht der Eindruck, hört man einmal genauer auf die Texte: wunderschön, manchmal ein wenig trotzig und rebellisch, verträumt und romantisch – beinahe Poesie in Pop-Form. Und es wird klar, woher der Titel rührt: Die Liebe macht unverwundbar und mutig. Aber schön, das ist sie nicht immer, das räumen auch Klee ein. Manchmal ist sie enttäuschend, stimmt traurig oder weckt Mitleid – und dadurch macht sie stark. „Nicht immer, aber jetzt.“

Die Melodien sind leicht und scheinen zu schweben, was sie sehr eingängig macht. Sie sind eine gelungene Mischung aus elektronischen Beats, kombiniert mit gekonnten Gitarrensolos. Trotzdem verbreiten sie Energie, gute Laune und sind für jede Stimmung genau das Richtige. Zudem ist die CD eine angenehme Abwechslung zu den vielen gecasteten Bands und Sängern – hier merkt man an den selbst getexteten Lyrics, den eigenen Kompositionen und Arrangements, dass eine Band mit ihrem Herzblut daran gearbeitet hat: Herausgekommen ist dabei eine grundehrliche CD mit einem schönen Stück Sommer-Feeling.

Für die Romantiker und Fans französischer Musik gibt es als besonderes Highlight noch die zweite Single „Lichtstrahl“ in der Sprache der Liebe. Was bleibt da zum Schluss noch übrig, als Klee selbst zu zitieren „toujours, toujours“.

 

Elisa Jannasch