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D-Sailors: Between the Devil and the Deep Blue Sea
Genialer Titel. Nicht nur für ein Album. Und so passend. Damit haben D-Sailors eigentlich schon halb gewonnen.
„Between the Devil and the
Deep Blue Sea” ist zwar ein englisches Sprichwort, doch so richtige Übel gibt es
karrieretechnisch für die D-Sailors momentan nicht, zwischen denen sie wählen
müssten: Das Album rockt, die Popularität steigt kontinuierlich und die Puste
scheint den Jungs auch noch lang nicht auszugehen. Die Texte provokant bis politisch und dabei so typisch punkig „wishful thinking vodka drinking oh so boring hear me snoring“… Mit “Prozac and Vitamines, just relax, don’t forget your income tax” lehnen sie sich gegen das gutbürgerliche Spießbürgertum auf, denn die Welt hält doch so viel mehr bereit. „Break the silence, losen up“. Laut, schnell und irgendwo zwischen Rock und Punk ziehen D-Sailors mich in ihren Bann. Wenn sie es nicht sowieso schon mit ihrem Albumtitel geschafft hatten. Und wer dann noch einen Titel „Catcher in the Rye“ nennt, kann auch nicht mehr verlieren. Doch ganz im Gegenteil zu J.D. Salinger stimmen D-Sailors weder nachdenklich noch melancholisch, sondern stürzen sich gleich dem Titelhelden der Novelle voller Energie in die Zukunft, nach vorne. Und sei es nur in die nächsten Beats. Und doch birgt das Album auch melancholische Facetten: „Between the Devil and the Deep Blue Sea” ist dem Gründungsmitglied der Band und früherem Drummer Marco gewidmet, der aufgrund seiner schweren Krankheit plötzlich verstarb. So verarbeitet „See you within“ diesen für die Band schmerzlichen Verlust und setzt Marco ein musikalisches Denkmal- mit dem wohl schönsten Song des Albums.
Punk-Rock kann jeder. Zumindest viele. Und noch mehr behaupten das von ihren eigenen Fähigkeiten. Mag ja sein. Aber was nicht viele – eigentlich nur die wenigsten – können, ist texten. Die Lyrics sind das schwerste. Doch D-Sailors haben darin ihre Stärke gefunden: Denn die Texte sind treffsicher (manchmal sarkastisch, manchmal zynisch) und wunderschön formuliert, sie malen Bilder und erzählen Geschichten, vermitteln Botschaften.
Und endlich mal wieder eine gute deutsche Rock-Band, wofür es auch höchste Zeit wurde: denn hierzulande ist es nach den Guano Apes in dieser Sparte etwas ruhig geworden. Denn die H-Blockx und Beatsteaks alleine können diese Nachfolge auch nicht antreten. Die vier Jungs aus Jülich können ordentlich punk-rocken, das beweisen sie auf ihrem nunmehr dritten Album mit Nachdruck. Gegründet haben sie sich 1990 und doch werden sie in Deutschland zum Teil noch als Newcomer gehandelt. Das mag daran liegen, dass Uli Sailor, Ingmar, Uli GePunkt und Matthi beide Alben in Brasilien produziert haben. Und im temperamentvollen Land des Bossa nova und der Caipirinha haben D-Sailors längst den Star-Status inne: Bis zu 4.000 Fans pilgerten zu den Konzerten ihrer bislang größten Tour. Spätestens mit diesem Album schaffen D-Sailors auch in Deutschland ihren Durchbruch!
Fazit: D-Sailors nehmen vom ersten Augenblick gefangen. Kompromisslos. Denn sie haben alles, was gute Musik braucht: charismatische Stimmen, schnelle Beats, satte Gitarrensounds und gute Lyrics.
Elisa Jannasch
Mehr Informationen unter:
Website:
www.d-sailors.de Revolver Promotion Website: www.revolverpromotion.de |