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Australia

 

Director: Baz Luhrmann

Hauptdarsteller: Nicole Kidman, Hugh Jackman

 

Der neue Film des Oscar- prämierten Regisseurs Baz Luhrmann lässt sich mit vier L’s zusammenfassen: Leidenschaft, Leid, Liebe und – Lächerlichkeit.

 

Anno 1939 reist die englische Adlige Sarah Ashley (Nicole Kidman) nach Australien, um ihren Ehemann zur Rückkehr in die Heimat zu bewegen. Lord Ashley investiert auf dem fernen Kontinent in eine Rinderfarm und macht sich damit unbeliebt: Widersacher King Carney sieht die finanziellen Erfolge des adligen Briten äußerst ungern und lässt ihn aus dem Weg räumen.

 Nachdem Lady Ashley sich den neuen Tatsachen stellt, beschließt sie kurzerhand ins Viehgeschäft ihres verstorbenen Gatten einzusteigen. Ein lukrativer Deal winkt bereits: Das englische Militär ist aufgrund des Kriegsbeginns bereit, viel Geld für Rinderherden auszugeben. (Die Soldaten sollen wohlgenährt ins Feld geschickt werden.) Dafür muss Lady Ashley ihre Herde jedoch zig Tausend Meilen durch das australische Hinterland in eine Hafenstadt treiben. Eine Aufgabe, die selbst für dieses resolute Persönchen eine Herausforderung darstellt. Schließlich sind Human Resources auf ihrer Farm rar gesät: Ein dauer-alkoholisierter Buchhalter, ein chinesischer Koch und ein Aborigine-Halbblut-Junge sind nicht die geborenen Viehtreiber.

Aber natürlich bekommt Lady Ashley die starke, rettende Hand eines Hollywood-Ritters in strahlender Rüstung gereicht - wobei Ritter zuviel gesagt ist: Der mürrische, verbitterte und ungehobelte Viehtreiber mit dem (wenig ritterlichen) Namen Drover (Hugh Jackman) versucht gemeinsam mit Lady Ashley das scheinbar Unmögliche.

Luhrmann hat mit "Australia" einen überlangen Hybrid-Streifen geschaffen: Was als Satire beginnt, wird zur Liebeskomödie, mündet in ein Gesellschafts- und Kriegsdrama und findet den Bogen zurück zum Liebesfilm. Das kurze Intermezzo in der Mitte des Filmes ist verwirrend. Einige Zuschauer werden es erst einmal versehentlich für das Filmende halten, andere für unnötig langatmige Szenen-Reiterei. Es scheint, als habe Luhrmann zu viele Ideen in einem Film unterbringen wollen. Außerdem drohen die zahlreichen Anspielungen auf „Vom Winde verweht“ und andere Klassiker aus „Australia“ eine Parodie zu machen. Eine Stärke muss man dem Film jedoch lassen: Kid- und Jackman sind schauspielerisch in Topform.
 

Fazit:

Der Zuschauer verlässt das Kino mit dem Wissen über wichtige historische Facts zu Australien. Aber in Zeiten Wikipedias kann man von einem Film mehr erwarten. Diesmal enttäuscht Luhrmann: Der Versuch eines Filmepos bietet seichte, wenn auch visuell unterhaltsame Kinounterhaltung.

 

Anna Gielas

Kino-Premiere: 25. Dezember 2008