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1Live Krone 2004 

 

Ganze fünf Jahre gibt es die Krone schon und noch immer gilt das Motto: größer, schneller, besser! Funkelnd und glitzernd begann der Event – und genauso hörte er auf.

Doch nicht nur die Technik und die Kleiderordnung der Moderatoren Katty Salié und Olli Briesch überzeugte, sondern auch der Inhalt der zweistündigen Show. Und die war voll gepackt mit hochkarätigen Stars und großen Namen, tollen Live-Auftritten und unterhaltsamen Zwischenmoderationen sowie spannenden Preisverleihungen.

Gäste aus Film und Fernsehen wurden nicht müde, das Publikum für das verbreiten einer überschwänglichen Stimmung zu loben und an mancher Stelle konnte man auch Neid auf die Partylaune der Musikindustrie heraushören – angesichts dröger und steifer Preisverleihungen der Öffentlich-Rechtlichen durchaus verständlich. Besser als Michael „Bully“ Herbig konnte es keiner in Worte fassen: Alle heutigen Preisträger haben ihren Preis auch wirklich verdient.“ Recht hat er.

Xavier Naidoo und Tino Oac von den Söhnen Mannheims resümierten in ihrer Laudatio, was zu einem guten Musiker gehört: „Die Liebe zur Musik. Die Musik muss glaubhaft, individuell sein und auffallen.“ Gekürt wurden denn auch Bands und Künstler, deren Musik durch Authenzität besticht. Deren Erfolg hart erarbeitet ist. Die Höhen und Tiefen der Branchen kennen gelernt haben. Deren ganzes Herz an ihrer Berufung hängt. Gentleman. Oomph! Wir sind Helden. Sportfreunde Stiller. Joy Denalane. Silbermond. Max. Silbermond.

“Man muss lachen, sonst geht nichts”, gab Hugo Egon Balder die Devise des Abends aus. Und stellte auch noch eine Gleichung für Erfolg auf. Für ihn setzt sich dieser nämlich aus einer großen Portion Talent, aber mindestens einer noch größeren Menge Willen zusammen. Willen, um durchzuhalten. Und Willen, für seinen Traum, für sein Ziel zu kämpfen. Wichtiger noch: „Die Hölle ist ein Ort, an dem die Italiener den Verkehr regeln, die Briten den Kaffee kochen und die Deutschen für den Humor zuständig sind.“ Solange Deutschland aber auf Comedy-Größen wie Hugo Egon Balder, Martin „Maddin“ Schneider, Janine Kunze oder Krone-Gewinner Bully zurückgreifen kann, ist die Gefahr einer humorlosen Nation allerdings noch in Grenzen gehalten, wie man auch auf der Krone merkte. Denn gelacht wurde viel. Ob aus Freude über gewonnene Preise oder über originelle Auftritte, es gab ausreichend Anlässe.

Den krönenden Abschluss bildete die Verleihung der Krone für das Lebenswerk an die Queen of Punk Nina Hagen. Manch einer mag sich gefragt haben, ob es wünschenswert oder doch eher bedenklich ist, dass „wir alle Geschwister sind, denn wir haben eine gemeinsame Mutter – Mutter Natur“. Aber da Nina Hagen keine neuen Ufo-Landungen prophezeite, schien die Veranstaltung noch nicht sonderlich aus dem Rahmen zu fallen. Richtig voll wurde es auf der Bühne als Henning Wehland von den H-Blockx, Dero von Oompfh!, Mieze von Mia. und Nina Hagen selbst ein Tribut an die musikalische Vergangenheit einer der spektakulärsten Künstlerinnen Deutschlands, die auch in den USA ein viel bestauntes Phänomen ist, zollten.

Im Glitzerregen drängten sich Moderatoren, Laudatoren, Künstler und Preisträger, um sich zu verabschieden und zu bedanken. Denn der Dank an die Fans war allen Anwesenden gleichermaßen wichtig, da sie alle sich bewusst waren, dass die Krone ein Publikumspreis ist – was sie jedoch nur noch begehrenswerter macht.