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Das Erste Mal: Gerockt!

 

Draußen löste sich ein schwül-warmer Frühlingstag tröpfchenweise in Regen und meinem Missfallen auf. Auch wenn das Gebäude der Zeche in Bochum nicht unbedingt einladend wirkt, war es jetzt eine willkommene Oase der Trockenheit und Gemütlichkeit. Irgendwie anheimelnd, fast als würde man auf einer Privatparty ankommen. Da die Bar, dort die Leute, die die Neulinge geringschätzig oder doch eher beeindruckt musterten.

Innerhalb kürzester Zeit war Das Erste Mal ausverkauft gewesen. Kein Wunder – so groß ist die Zeche schließlich nicht, dachte ich im Vorfeld. Vielleicht mag das sogar richtig sein. Aber die Location hat auf jeden Fall maßgeblich zu der grandiosen Stimmung an diesem Abend beigetragen. Alle haben miteinander gefeiert: die Bands, das Publikum und bestimmt auch die Zuhörer an den Radios.

 

Den Anfang machte Toni Kater. Zuerst wirkte sie ein wenig unsicher und verloren hinter ihm Keyboard, auf dieser riesig anmutenden Bühne. Doch mit ihrer Band im Rücken gewann sie zunehmend an Selbstvertrauen und ließ sich von der Musik und den Zuhörern tragen, genoss sichtlich ihren Auftritt. Ihre ruhigere Musik stimmte die Leute ein, wärmte sie auf. Die noch verhaltene Resonanz im Publikum lässt sich bestimmt nicht mit ihren Fähigkeiten als Sängerin und Musikerin erklären – denn die sind zweifelsohne vorhanden! – sondern eher mit dem Line-up. Ein späterer Auftritt hätte ihr vielleicht mehr Aufmerksamkeit und Wohlwollen entgegen gebracht.

 

Etwas, der zweite Act aus dem sächsischen Leipzig, haben die leisen Töne dagegen komplett aus ihrem Repertoire und Wortschatz gestrichen. Lauthals legten sie los, ohne Begrüßung, dafür mit einer unglaublichen Power und Stimmgewalt. Dass besonders letztere nicht unerschöpflich ist, erwies sich in dem kleinen Intermezzo nach dem ersten Song. Außer Atem beschlossen sie, dass Zwischenmoderationen ja eigentlich sowieso überflüssig seien. Genau – schließlich waren sie zum Rocken da. Und das taten Etwas sehr ausgiebig, alle gängigen Rocker-Klischees inklusive. Von Nervosität keine Spur. Aber schließlich war es ja auch nicht ihr aller-erstes Mal.

 

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