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Steffi von Wolff: „Reeperwahn“
Knallig pink, mit Engel und neon-artiger Schrift: Das Cover des neuesten Werks der derzeitigen Hamburgerin Steffi von Wolff hält, was der Titel verspricht: „Reeperwahn.“ Der Inhalt des Romans illustriert den Wahn noch um einiges anschaulicher. Es geht um Mord und Totschlag, Unfälle und Unterdrückungen, Minderwertigkeitskomplexe und Selbstüberschätzung. Von einem Extrem ins Andere und wieder zurück. Und das alles in rasender Geschwindigkeit.
Dieses chaotische Miteinander wird aus Gerlindes Sicht geschildert: genannt Lindi, geschieden, viel zu kleine Wohnung, die obendrein noch von ihrem Nachbarn Giselher in Beschlag genommen wird, viel zu gutmütig. Lediglich Heinrich, ihr kurzsichtiger Alligator, ist der einzige Lichtblick in diesem Durcheinander. Wenn der nicht grad bei Schluckauf- oder epileptischen Anfällen aus Versehen Wellensittiche und Kanarienvögeln verschluckt. Doch nicht nur im Büro, sondern auch zu Haus müssen Peggy, Liesel und Brigitte unter dem Männerregime leiden. Da verwundert es auch nicht, dass den Fünfen schließlich der Kragen platzt und sie beschließen, mit der Männerwelt ein für alle Mal abzurechnen. Und dafür gibt es nur eine Lösung: Herbert muss sterben! Stellvertretend für die restlichen Männer. Also muss ein Auftragskiller her – und wer eignet sich dafür besser als Oscar, ein kürzlich aus dem Gefängnis entlassener Auftragskiller mit schwerer Hausstauballergie?! Plötzlich überstürzen sich die Ereignisse und Unfälle, die Toten stapeln sich – und den Frauen geht es immer besser.
Steffi von Wolff pflegt einen eigenen Schreibstil: rasant, einfallsreich, kunterbunt und durcheinander. Langweilig wird dieses Buch zumindest nie. Es unterhält, auch wenn man keine tiefgründigen Gedankengänge erwarten sollten. Oberflächlich plänkelt das Buch dahin und bringt seinen Leser zum Schmunzeln.
Fazit: Nette Lektüre für faule Nachmittage, an denen sich grad keine besseren Alternativen anbieten. Lustig erzählt, doch ohne geistigen Anspruch.
Elisa Jannasch
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