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Katharine Weber: Der Liebhaber unserer Mutter
Meg, Joanna und Amy wachsen behütet in ihrer Bilderbuchfamilie in New York auf. Verständnisvolle Eltern und familiärer Rückhalt bestimmen ihren Alltag. Talente, Klugheit und Harmoniebedürfnis sind ihnen allen zu eigen.
Das wollen die Schwestern nicht auf sich sitzen lassen und ziehen allesamt in Megs Studentenwohnung nach New Haven, wo sie sich mit Teddy zu einer Wohngemeinschaft zusammenrauften. Teddy - bald Beschützer, Berater und bester Freund der Mädchen - steuert dann zu geeigneten Zeitpunkten männliche Aspekte zu einer Frage oder Diskussion bei und wird bald zum unverzichtbaren Bestandteil der neuen Rumpffamilie. Doch ist es bald nicht nur die moralische Enttäuschung, welche die Schwestern bewältigen müssen, sondern auch finanzielle Probleme, Schwierigkeiten an der neuen Schule, die so gar nichts von den gewohnt hohen Standards ihrer Privatschule hat. Unterkriegen steht jedoch gar nicht erst zur Diskussion!
Der Roman ist aus Joannes Perspektive geschrieben, hat aber der Demokratie willen nach jedem Kapitel ihren Schwestern Rede- bzw. Kommentarfreiheit eingeräumt - den diese gründlich nutzen. Denn jede hat eine andere Sichtweise, abhängig von ihrer Rolle in der Geschichte und ihrem Alter. Katharine Weber reflektiert über Literatur und Fiktion, spickt ihren Roman mit Anspielungen - nicht zuletzt natürlich an Louisa May Alcotts Klassiker "Little Women". So zeichnet sie ein unterhaltsames Bild einer heranwachsenden Generation, die sich mit Zukunft und Vergangenheit auseinandersetzen muss - und dabei eigentlich nur heranwachsen will.
Fazit: Amüsant geschriebener Roman über Ehrlichkeit, Moral und Durchsetzungswillen der Jugend - die dann glücklicherweise auch nicht so ganz unfehlbar ist.
Elisa Jannasch Katharine Weber: Der Liebhaber unserer Mutter
Gebunden
- Beck ISBN: 3518417398
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