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Jan Costin Wagner: Schattentag
„etwas, das längst vergessen ist: Mit Mara im Regen zu tanzen.“
Der Protagonist der Geschichte erblindet plötzlich. In der Klinik trifft er seine Jugendliebe Mara wieder und beginnt mit ihr ein völlig neues Leben. Auf einer kleinen Insel in einem roten Holzhaus, fast wie in einer eigenen Welt. Diese Welt wird erschüttert von einem Mordfall, einem Kinderfoto – und längst verdrängten Erinnerungsfetzen. Erinnerungen zerreißen die Traumwelt, werden immer größer und einnehmender. Erinnerungen an ein Familienleben mit Frau und Tochter. Mit einer glücklichen Fassade. Früher war es nicht nur Fassade. Doch diese Erinnerungen sind nur noch bruchstückhaft.
Stück für Stück setzt Jan Costin Wagner in seinem packenden Roman die Puzzlestückchen zusammen. Reiht Detail an Detail. Und doch erklärt sich nicht alles, sondern bleibt offen.
Wunderschöne Bilder vermag Jan Costin Wagner mit seinen Worten zu zeichnen. Beschwört den Blick auf die kleinen, einfachen Dinge, die es wirklich wert sind, in der Erinnerung zu verbleiben. Wie das Tanzen im Regen mit der ersten großen Liebe. Schwärmerisch erzählt Wagner diese Visionen und stellt sie der zum Teil gefühlskalten Realität gegenüber. Gibt es denn wirklich keinen Kompromiss – keine Traumwelt in der Realität?
Elisa Jannasch |