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Karla Schmidt: Hinterland

 

Was passiert, wenn sich 20 renommierte deutsche Autoren und Autorinnen von der Musik David Bowies inspirieren lassen? Sie geraten ins "Hinterland" - glücklicherweise nicht aus literarischer Perspektive, sondern nur aus musikalischer. Und vielleicht auch aus weltlicher, denn diese Anthologie eint Geschichten allesamt aus dem Genre der Science Fiction.

Science Fiction. Für viele eine Kinderei, ein nicht ernstzunehmender Ausflug in Absurditäten. Dabei ist Science Fiction eines der ernsthaftesten Genres überhaupt, denn ich kaum einem anderen haben Autoren weltweit so viel Kritik geübt: an unserer Gesellschaft, Wirtschaft, Umwelt, Politik - und der Zukunft, auf die wir hinsteuern. Auch in "Hinterland" sind diese Töne anzutreffen. Mal in leiseren, mal in lauteren Tönen.

Doch zur Science Fiction gehört noch eine ganz andere Seite. Nämlich die, die auch David Bowie gesehen hat. Die dunkle, für ihn dadaistisch anmutende Welt. Eine, vor der wir Angst haben, begründet oder auch nicht. Unter Wasser, hoch über unserem Planeten oder mitten uns spielen sich die Geschichten ab, die mit unseren Ängsten und Befürchtungen spielen, unsere Psychen ausreizen. Es geht um Leben und Tod und Zwischenstufen, Realität und Fiktion. Was können wir glauben, was sollen und was dürfen wir? Und letztendlich zählt nur eines: "Ich wollte doch nur leben."

Die Kultur-, Theater- und Filmwissenschaftlerin Karla Schmidt hat dieses Projekt initiiert, betreute es als Herausgeberin und beteiligte sich auch als Autorin. Bisher eher für ihre Krimis bekannt und beliebt, wagt sie mit "Hinterland" nun einen ersten Ausflug in das phantastische Genre.

Fazit:

Ein Buch nicht nur für Freunde der Musik David Bowies. Erzählungen, die berühren und zum Nachdenken anregen, in einer durch und durch gelungenen Zusammenstellung, die keine Langeweile aufkommen lässt.

 

Elisa Jannasch

Karla Schmidt: Hinterland

Gebunden: Wurdack
Erscheinungsdatum: Oktober 2010
ISBN: 3938065699