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Frierkind
Grelle Neonfarben auf dem Cover. Krasser Inhalt zwischen den Buchdeckeln. Nicht ruhig und einfühlsam, sondern auffällig und aufrührend. Verstörend.
Es geht um Max: "Nicht engelsgleich. Nur tränenreich. Gar nicht schön." Max Tinker, ein Junge mit Minderwertigkeitskomplexen. Der nicht gut aussieht, ein Außenseiter ohne Freunde ist. Der bei seiner Mutter, einer alternden Diva lebt. Der immer schon anders war. Gar nicht weiß, was Normalität bedeutet. Bis er Nathalie kennen lernt. Das Mädchen aus Frankreich mit der glockenhellen Stimme und den Vanilleknien. Die so schön ist, dass es kaum zu glauben ist. Vielleicht, weil es auch nicht glaubhaft ist. Damit beginnt die Geschichte. Oder endet sie?
Andrea Rothaug beschreibt unbarmherzig diese Welt des Max Tinker. Nicht beschönigend, sondern grauenvoll real. Sie beschreibt die Künstlerkreise, die Probleme des unaufhaltsamen Alterns, die fehlende menschliche Kommunikation. Jeder lebt in seinem eigenen Kosmos, für sich allein. Beinahe unfähig, mit anderen zu agieren. Jeder lebt seine eigene Perversion, seine eigenen Spleens aus. Und entsetzt damit seine Umwelt - obwohl er doch nicht mehr als nur ein Spiegel ist. Ein expressionistischer Roman in einer modernen Zeit. Gewaltig. Gerade auch durch die klaren, herausfordernden Worte. Manchmal sind es nur Fragmente. Sie fordern dem Leser einiges ab. Doch wer durchhält, wird belohnt: mit einer Liebesgeschichte, die wunderschön aus all den hässlichen Abgründen empor zu wachsen vermag.
Elisa Jannasch Andrea Rothaug: Frierkind
Hardcover
- Eichborn
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