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Sven Regener: Neue Vahr Süd
Endlich, endlich ist er da. Dick, grün und träge thront er auf dem Tisch. Wartet nur darauf, aufgeschlagen zu werden. Und ist sich wahrscheinlich seiner ungeheuren Anziehungskraft bewusst. Denn wer sich einmal mit ihm eingelassen hat, kommt nie wieder von ihm los. Er ist eine Sucht, vielleicht nicht ganz so verhängnisvoll. Die Rede ist natürlich – ja, von wem denn nun? Von dem Roman Neue Vahr Süd? Von Sven Regener? Oder dem Protagonisten Herrn Lehmann. Ach - eigentlich von allen dreien.
"Also die Kombination aus Duzen und Herr Lehmann sagen ist wirklich das Übelste, was es gibt", sagt Herr Lehmann, "das gibt’s sonst nur bei Drospa an der Kasse." Kurz, trocken und prägnant auf den Punkt gebracht, so ist Herr Lehmann eben. Manchmal braucht man gar nicht viele Worte, und Herr Lehmann noch weniger. Das hat uns Sven Regener eindrucksvoll in seinem Debütroman bewiesen. Und jetzt ist sein zweites Werk da. Groß und gewaltig. So viele Seiten, so viele Worte. Passt das zu Herrn Lehmann? Passt es! Und außerdem: Hier ist Herr Lehmann doch noch jung, hier wird er Frankie genannt. Oder Frank von allen, die ihn nicht so gut kennen oder kennen wollen. Manche reden von ihm allerdings auch nur als „der da“. Was Frankie ganz und gar nicht mag: „Es gehört sich nicht, über Anwesende in der dritten Person zu sprechen.“ Recht hat er.
Und wieder einmal legt Sven Regener seinen Finger in einen
wunden Das macht dieses zweite Buch fast noch liebens- und lesenswerter als das erste. Denn es macht Hoffnung. Hoffnung darauf, dass das Leben weiter geht. Wenn man erst mal seinen Weg gefunden hat, den Kopf frei bekommen hat. Hoffnung, dass nichts zufällig im Leben passiert. Hoffnung, weil Worte wirklich nicht alles sind.
Elisa Jannasch
Sven Regener : Neue Vahr Süd
Gebundene Ausgabe - 550 Seiten - Eichborn
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