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Klaus Modick: Vatertagebuch
Klaus Modick ist Vater zweier Töchter. Liebender Ehemann. Teil einer bilingualen Familie. Autor. Manchmal Lehrender. Immer aber mit Humor und Herz involviert.
„Das Leben passiert, während du es notierst.“
Klaus Modick ist nicht nur Vater, sondern vor allem auch Ehemann „seiner“ Jamie. Zusammen mit seiner amerikanischen Ehefrau erzieht er seine beiden Töchter tri-lingual: „Deutsch, Englisch und fließendes Denglish“. Und dass die Erziehung gut geglückt zu sein scheint, davon legt das so genannte „VaTeBu“ beredt Zeugnis ab. Marlene ist in ihrem letzten Schuljahr und steckt mitten in den Abitur-Vorbereitungen. Emily, die jüngere, absolviert ihr elftes Schuljahr an demselben Gymnasium wie ihre Schwester. Klar, dass zwischen beiden öfters altbekannte Geschwisterrivalitäten aufkommen. Trotz allem halten sie in Krisenzeiten zusammen wie Pech und Schwefel. Der Vater und Autor beobachtet nun den ganz alltäglichen Alltag mit seiner Familie, macht sich Gedanken über die Zukunft und hängt Erinnerungen nach. „Indem ich nämlich Tagebuch schreibe, verstärkt sich mein berufsnotorischer Vampirismus gegenüber meinen Töchter, die ich auf ‚Stoff’ hin beobachte und belausche. Das habe ich zwar absichtslos immer schon getan, wovon mindestens drei Romane profitiert haben, aber dies dezidierte Vatertagebuch verrückt den Fokus doch entscheidend. Ich darf’s ihnen gar nicht sagen! Sie würden womöglich anfangen, ihr Tun und Reden zu steuern, zu kontrollieren, würden posieren oder in Deckung gehen oder versuchen, sich und mich zu zensieren. Und wie weit darf ich bei diesen Mitschriften überhaupt gehen? Wo endet die Darstellung? Wo beginnt die Bloßstellung?“ Doch auch der Vater wird das ein oder andere Mal von seinen Töchtern bloßgestellt, wenn seine Lebensphilosophien gegen ihn verwendet werden oder die Mädchen ihn mit naiv-logischem Scharfsinn auf Widersprüche hinweisen. Auf diese Weise werden viele Selbstreflexionen ausgelöst, in denen der Vater über sich und seine Umwelt sinniert und manchmal (beinahe entsetzt, immer aber melancholisch) erkennen muss, wie sehr sich die Zeiten verändern. Und wie schnell die eigenen Kinder groß werden. Voller Stolz und mit ebenso viel Wehmut sieht Klaus Modick seine Töchter erwachsen werden, ihre eigenen Wege beschreiten, die sie unweigerlich fort vom Elternhaus führen. So erlebt er den Führerschein, das Abitur, Zukunftsängste und –pläne und natürlich die erste große Liebe hautnah mit.
Fazit: Liebevoll, nie neutral, sondern gefühlvoll-parteiisch, manchmal mit einem ironischen Unterton erzählt Klaus Modick seine Familiengeschichte auf eine außergewöhnliche Art und Weise. Ein herrliches Lesevergnügen: nicht nur, aber vor allem für Väter und Töchter.
Elisa Jannasch Klaus Modick: Vatertagebuch
Gebundene Ausgabe
- Eichborn
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