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Sabine Kuegler: Dschungelkind

 

“Vom Mädchen, das aus der Steinzeit kam” – so kündigt der Verlag Droemer die neu erschiene Biographie der Sabine Kuegler an. Und in der Tat ist diese etwas Besonders: sowohl die Biographie als auch Sabine Kuegler.

 

Ihre Lebensgeschichte übt eine so große Faszination aus, dass ich nicht umhin kam, ihre Lebensgeschichte zu verschlingen. Und so eröffneten sich mir unbekannte, fremdartige Welten, die mich aufsogen und in ihren Bann zogen.

 

Sabine Kuegler wurde in Nepal geboren, zog aber bald mit ihren Eltern, dem Sprachwissenschaftler und Missionar Klaus-Peter Kuegler und seiner Frau Doris, ihrer älteren Schwester Judith und dem kleinen Bruder Christianin den Dschungel von West-Papua (Indonesien). Dort wuchs die Familie bei dem Stamm der Fayu-Indianer auf.

Die Fayus sind ein mittlerweile fast vergessener Stamm, der jedoch berüchtigt ist, denn die Indianer sind als äußerst kriegerisch verschrien. Zudem sind Teilstämme der Fayu Kannibalen.

Die Kueglers leben den Fayus ihre Botschaft vor: Liebe statt Hass, Frieden statt Krieg, Vergeben statt Rache. Langsam nehmen die Indianer diese Philosophien auf und ahmen sie nach. Sie beginnen die Harmonie zu schätzen.

 

Mit 17 Jahren verlässt Sabine Kuegler den Dschungel, um ein Internat in der Schweiz zu besuchen. Dort lernt sie zu ihren Sprachkenntnissen in Indonesisch, Deutsch und Englisch auch noch Französisch in kürzester Zeit. Schließend studiert sie in Wirtschaft und geht nach erfolgreichem Abschluss in die Medienbranche. Heut lebt sie mit ihren vier Kindern in der Nähe von Hamburg.

 

Soweit hört sich dieser Lebenslauf beeindruckend an: makellos und märchenhaft-schön. Doch hinter dieser Fassade steckt ein anderes Gesicht der Sabine Kuegler, die sich in keiner Welt mehr richtig zu Hause fühlt: nicht mehr im Dschungel, aber schon gar nicht in Europa. Sie beschreibt ihre innere Zerrissenheit, ihre Unruhe und Verzweiflung.

Doch ihr Erzählton schlägt um, wenn sie über den Dschungel und ihre Familie berichtet. Und über die Indianer, die ihr wie eine zweite Familie ans Herz gewachsen sind. Dann schreibt sie liebevoll und staunend, lustig und spannend.

 

Fazit:

Tatsächlich beinhaltet dieses Buch – neben zahlreichen Photos und historischen Exkursen – eine Erzählung wie ein großes Abenteuer aus einer anderen Zeit, einer anderen Welt.

 Elisa Jannasch