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Dean Koontz: Meer der Finsternis/Odd Hours

 

Mit Odd Thomas hat Dean Koontz eine unverwechselbare Romanfigur geschaffen, der scheinbar alle Gegensätze in sich vereint und doch nur auf eines hinarbeitet: das Gute. Und seinen Tod. Oder doch das Leben? So zwiespältig dieser Charakter auch sein mag, so solide ist doch sein Gegenpart, den er in der schwangeren Annamaria trifft.

 

Odd Thomas sollte eigentlich Todd heißen. Behaupten seine Eltern aus purer Selbstverteidigung heraus, es sei nur auf dem Amt etwas verquer gegangen. Doch im Verlauf des Romans kristallisiert sich immer mehr heraus, wie treffend dieser Name eigentlich ist. Odd, merkwürdig, ein wenig seltsam, oder auch außergewöhnlich. Das alles trifft auf den jungen Grillkoch zu, der sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält, während er sich an den Küsten Amerikas lang hangelt. Seine Freundin starb bei einem Attentat, sein bester Freund wurde entführt und er selbst wird von Geistern besucht, gern auch von Prominenten wie Elvis oder Frank Sinatra. Diese versucht er dann zum Übertritt in das ewige Leben zu bewegen. Bis zu dem Zeitpunkt, als er von einer schrecklichen Vision heimgesucht wird: Das blutrote Meer verschlingt die Menschheit.

Auf der Suche nach dem Ursprung dieses (Alp-)Traums und einem Weg, diesen aufzuhalten, gelangt Odd nach Magic Beach, einem beschaulichen Küstenort Kaliforniens. Er lernt die schwangere Annamaria kennen, die ihm in seltsamem Verhalten in nichts nachsteht. Sie spricht in Rätseln und Prophezeiungen, gern auch mit Tieren, ist sicher und ruhig. Vor allem, seit Odd versprach, für sie zu sterben. Schnell kann er sie als Opfer der nahenden Katastrophe identifizieren und möchte sie beschützen. Doch der Weg zu diesem Ziel ist mit etlichen Toten, Geistern, Kojoten, Hass und Gier -und nicht zuletzt einer Verschwörung - gepflastert.

 

Und es zeigt sich, das Odds Ziel tatsächlich ein einziges ist: Denn der Tod bringt ihn zu seiner ermordeten Freundin zurück, das Leben führt ihn zum Tod und sein Leben ist dazu bestimmt, Gutes zu tun.

 

Was anfangs als Phantasiedrama anmutet entwickelt sich schnell zu einem packenden Thriller mit vielen unerwarteten Wendungen. Der Autor vermag die Spannung auch oftmals durch kryptische Andeutungen halten, die er erst im späteren Verlauf des Romans auflöst. Manches lässt er auch in der Schwebe, um den Leser nicht des Mysteriums zu berauben und ihm stattdessen Raum für Interpretation zu lassen. Zahlreiche Referenzen zu mehr oder minder bekannte Werke der Literatur und aus der Cineastik gestalten „Odd Hours“ zu einem intellektuell anspruchsvollen und trotzdem unterhaltsamen Werk.

 

Der US-Amerikaner Dean Koontz hat sich mit etlichen Romanen bereits ein Renommee als Autor phantastischer Literatur erarbeitet. Auch wenn er hierzulande noch eher unbekannt ist, so gilt er in seiner Heimat bereits als gefeierter Star. Während einer schwierigen Kindheit faszinierten ihn nur das Lesen und Bücher, die ihm eine Flucht aus dem Alltag boten. Schnell begann er auch das Schreiben, allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Mittlerweile ist seine einzigartige Mischung aus Science Fiction, Horror, Thriller oder auch Fantasy auch bei Kritikern anerkannt und katapultiert ihn regelmäßig auf die Bestseller-Liste.

 

Fazit:

Ein unglaublich packendes Buch, das von der ersten bis zur letzten Zeile fesselt. Und man lernt, dass es für alles eine bestimmte Zeit gibt. Für das Verstehen, für das Leben, für das Lernen und für das Sterben. Und dann gibt es die Zeiten, in denen man einfach loslassen können muss.

 

Elisa Jannasch

Dean Koontz: Meer der Finsternis

Gebunden - Heyne Verlag
Erscheinungsdatum: 21. September 2009
ISBN: 3453266137