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Yasunari Kawabata: "Tausend Kraniche"
Im Gegensatz zur europäischen Literatur bestechen japanische Werke oftmals durch wenig Handlung. Kawabatas "Tausend Kraniche" ist eines dieser Werke: Kikuji Mitani soll von Chikako, der ehemaligen Geliebten seines verstorbenen Vaters, verkuppelt werden. Doch Kikuji empfindet zunehmend stärker für die Witwe Ota, eine weitere Nebenfrau seines Vaters, für die auch dieser bis zu seinem Tod aufrichtige Liebe empfunden hatte.
Kawabata besticht mit detaillierten Schilderungen der
Teezeremonie und gewährt dem europäischen Leser einen (poetischen) Einblick in
das streng strukturierte Ritual. Außerdem bedient auch er sich vielfach der
wunderbaren traditionellen japanischer Symbolik. So spiegeln beispielsweise "tausend
Kraniche" die Unschuld wieder.
Fazit:
Kawabata war der erste japanische Autor, der mit einem
Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde (1968). Mit "Tausend Kraniche"
hat er ein kurzes Werk geschaffen, das vor dem Hintergrund des Nach-Kriegs-Japans mit der menschlichen Sehnsucht,
Machtlosigkeit und Unzufriedenheit konfrontiert. Das Bewusstsein um jahrhundertealte Traditionen
dominiert den
Alltag der Protagonisten. Poetisch und gleichzeitig sehr
schlicht erzählt: lesenswert.
Anna Gielas Yasunari Kawabata: Tausend Kraniche
Taschenbuch
- DTV
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